Verfasst von: °°Tiffy°° | Februar 25, 2008

Garzweiler II-Umsiedlung wird eingeläutet !

Erkelenz

Noch in diesem Jahr will die Bezirksregierung Köln die Weichen für die Umsiedlung im Rahmen des Braunkohletagebaus Garzweiler II stellen.

Dadurch sind die Bürger der Ortschaften kuckum, Unter-und Oberwetrich beverath sowei Keyenberg betroffen. Der eigendliche Umzug soll 2010 satt finden, laut bezirksregierung Köln wird  bis dahin der entsprechende Braunkohle-Plan verabschiedet sein. Noch muss allerdings die Stadt Erkelenz Stellung dazu nehmen.

So, so schon wieder werden die Bäume verpflanzt.Wie denkt ihr darüber ? Ist es nicht ungerecht auf Kosten der Menschen Profit zu machen?


Antworten

  1. Ich habe mir selbst schonmal den Tagebau rund um Garzweiler grob angesehen und ich finde es echt schlimm, wie derart viel Land zu einer Art „Mondlandschaft“ wird, um Braunkohle zu fördern.
    Andererseits ist Braunkohle nunmal einer der wenigen Energierohstoffe, die in Deutschland vorhanden sind, und ein Abbaustop würde die BRD noch mehr von Energieimporten aus dem Ausland abhängig machen.
    Generell ist die Energiepolitik im Moment ein zweischneidiges Schwert, und man muss sich eher für das kleinste Übel entscheiden, als dass man für etwas sein kann.
    gruß
    ET

  2. Klar, ich wohne im Abbaugebiet Garzweiler zwei und finde es auch echt schlimm, dass ich umziehen MUSS. Mein altes Haus – Baujahr 1927 – würde mich mit Sicherheit beherbergen bis ich sterbe, aber dazu wird es ja hoffentlich nicht kommen. Klar, die Energiepolitik ist ein zweischneidiges Schwert, aber wer macht sich Gedanken über die persönlichen Konsequenzen der Umsiedlung? Ich habe schon eine Umsiedlung am Arbeitsplatz miterlebt (Neu – Otzenrath), und das neue Dorf ist wirklich ganz nett geworden. Aber es ist irgendwie falsch – alte Leute sitzen in ihren neuen Häusern, neuen Gärten, sterilen Straßen, kein Baum ist älter als sechs, sieben Jahre, alles ist durchdacht und neu und gepflastert und sauber….das Alte geht unwiederruflich verloren und ist auch nicht neu aufzubauen. Kleine schmutzige Kinder passen nicht in neue Häuser, die Gärten sind wie mit dem Lineal gezogen, es mag ja sein, dass mancher mehr Luxus hat als vorher, aber macht das zufrieden? Fremde Leute fahren durch den Ort und sagen: Tolle Häuser haben die hier – aber wo bleibt die „Leichtigkeit des Seins“, die in alten Dörfern so herrscht? Tja ich will nicht jetzt schon sentimental werden aber es wird eben alles anders und nicht alles besser, und das entschädigt niemand, weil es mit Geld nicht zu bekommen ist.
    So seh ich das, und ich seh auch, dass sich sowohl der Bergbautreibende als auch meine Stadt sich an mir letztendlich bereichern will. Ich muss mich mit Dingen und Ärgernissen auseinandersetzen, an die ich sonst nicht im Traum gedacht hätte. Hätte auch mein Leben schön kuschelig auf dem Land im Kuhdorf weiterleben können – ich mag nämlich mein Kuhdorf, bin eine Landpomeranze und auch schon lange keine zwanzig mehr.
    Aber ich werde es nicht ändern und muss auch, wie alle anderen, damit klar kommen.
    Das dazu.
    Gruß,
    L.


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